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Der Neujahrsmarathon in Zürich ist eine besondere Art, die Silvesternacht zu “feiern“. Denn um Mitternacht, genauer gesagt um 0:00 Uhr fällt der Startschuss – begleitet vom Feuerwerk!

Der Ehemann war bereits im Frühjahr 2017 von dieser Idee begeistert und hat sogleich Flug und Hotelzimmer gebucht. Dabei hat er allerdings ganz vergessen, sich für den Marathon anzumelden. Das hat er erst kurz vorm Abflug aus Wien bemerkt, als er seine Startunterlagen zusammensuchen wollte. („Wo ist meine Anmeldebestätigung?“ „Wieso stehe ich nicht auf der Starterliste?“ …Naja, Gott sei Dank gibt es für ODBs Nachmeldungen…)

Die Veranstaltung war gut organisiert. Jeder, der sich online anmeldete, erhielt vorab ein 2-Tages-Ticket für die Züricher Verkehrsbetriebe, um eine problemlose An- und Abreise zum Marathon zu gewährleisten.

Am Silvesterabend ging`s für uns um 22:00 Uhr ab Zürich-Hauptbahnhof zum Start nach Schlieren, dann ca. 10 Gehminuten durch wenig ansprechendes Industriegelände zur Sporthalle.

Dort herrschte bereits gute Stimmung, die Musik war gut und laut und das Gepäck konnte man in den Garderoben oder auf den Zuschauertribünen verstauen. An die 1000 Läufer wuselten herum, die Schlange vorm Damen-Klo war lang wie immer (aber, wir befanden uns in einem Industriegebiet und die Nacht war finster – somit gab`s Alternativen).

Es gab 3 Bewerbe: Viertelmarathon, Halbmarathon, Marathon. Der Start war für alle gleichzeitig. Gelaufen wurde auf einem Rundkurs. Jede Runde 10,55 KM. Man konnte auch nach jeder Runde aufhören und wurde gewertet.

Die Startaufstellung erfolgte nach eigener Einschätzung. Der Moderator empfahl denjenigen, die den Marathon etwas gemütlicher angehen wollten – so im 5er (!)-Schnitt – sich eher ans Ende zu stellen. Da hab ich mir gedacht: entweder er kennt sich nicht aus oder ich bin bei den Eliteläufern gelandet.

 

Ich war körperlich so fit, wie man am Ende der Punsch- und Weihnachtbäckereizeit halt sein kann. Jedenfalls hatte ich beschlossen, den Marathon im „SonjaundWalterFreitagNachmittagsTempo“ zu laufen.

Der Ehemann war durch Fersensporn und schmerzende Achillessehne gehandicapt, hat sich aber dann doch für einen Start entschieden, im schlimmsten Fall für nur eine Runde.

Der Streckenverlauf war wie schon erwähnt ein Rundkurs. Es ging entlang des Flusses Limmat, nach ca. 5 KM über eine Holzbrücke auf die andere Flussseite zur Verpflegstation, dort wieder die Limmat entlang zurück bis KM 9, wieder über den Fluss und zurück zur Sporthalle. Diese Runden erwiesen sich so als recht kurzweilig. Auf der gegenüberliegenden Flussseite kamen einem die anderen Läufer immer wie Glühwürmchen entgegen.

Es war stockfinster, keine Straßenbeleuchtung. Jeder trug seine Stirnlampe. Die Bodenbeschaffenheit war Natur, d.h. Wald- und Feldwege. Trailig eben. Aber die großen Wurzeln waren als Vorsichtsmaßnahme mit Leuchtfarbe besprüht, sodass man ganz gut zurecht kam. In meiner ersten Runde war es trocken und die Temperatur durchaus angenehm. In Runde 2 und 3 gab`s Regen und Wind, die letzte Runde war wieder trocken. Bis auf den Boden. Der wurde von Runde zu Runde –regenbedingt - immer weicher und gatschiger. Der Wind war auch etwas unfreundlich, er wurde immer stürmischer. Aber nach jeder Runde ging`s durch die Halle, dort war`s trocken und warm. Die Musik spornte richtig an. Der Ehemann hat nach dem Halbmarathon seiner Achillessehne Tribut gezollt und den Lauf beendet. Er hat mich aber dann angefeuert, fotografiert (hmmmh) und mich bei meinem Zieleinlauf in Empfang genommen.

Nach 4:48 Stunden überquerte ich mit 3 „feschen“ blauen Zehennägeln die Ziellinie. (Meine Lieblingstrailschuhe sind leider um ½ Nummer zu klein.) Zur Belohnung hab ich mir dann doch noch eine Finishermedaille um 15 CHF geleistet.