In dieser Kategorie findest Du Läufe jenseits der Marathondistanz, also laaangsam in kleinen oder großen Runden und Strecken, eben oder gebirgig:

Endlich war es soweit – durch die vielen Absagen und Verschiebungen hatte ich gar nicht mehr daran geglaubt, aber die 24h-EM, die 2020 stattfinden sollte, ging endlich über die Bühne … und ich war dabei!

Für meine Vorbereitung auf meinen ersten 24h Lauf am 1.10. 2022 in Tulln habe ich mich für den Sri Chinmoy 6 h Lauf in München entschieden, der dieses Jahr am 10.09. stattfand.

Die Anreise mit dem Zug ist ja relativ easy, auch ein Hotel in München Moosheim war rasch gefunden, das Harry´ s Home, genial direkt bei Schnellbahn (und trotzdem ruhig) gelegen und mit dem Bus ist man in wenigen Minuten beim Veranstaltungsort

Die Strecke führt durch einen großen Park. Der Untergrund ist fest und hat zwei leichte Wellen. Der Asphaltanteil liegt in etwa bei 10%, der Rest ähnelt einer Forststrasse. Es hatte die Nacht über geregnet, in der Früh ging der Regen dann irgendwie in Schütten über. Aber Laufen ist ja bekanntlich eine Freiluftveranstaltung, also Augen zu und durch. Wobei der Regen beim Laufen ohnehin subjektiv leichter empfunden wird, als wenn man beim Frühstück sitzt, gemütlich seinen Kaffee trinkt und aus dem Fenster schaut. Ich wollte nur Anfahrt und die Zeit bis zum Start zumindest halbwegs trocken bleiben.

Am Gelände angekommen, ging es zur Startnummernabholung. Alles war super übersichtlich und aufgrund des nicht allzu großen Starterfeldes war der Andrang ziemlich überschaubar. So bekam ich meine Nummer mit dem Hinweis, diese so gut wie möglich sichtbar vorne zu tragen. Dann wurde mir eine Zählerin zugewiesen, die ich dann ca. 20 min vor dem Start kennenlernen durfte. Sie hatte mir das Procedere erklärt: Ich sollte bei jeder Runde Blickkontakt mit ihr aufnehmen und sie ggf. rufen, wenn sie mich nicht sehen würde. Die Motivation meinerseits, dass die liebe Frau keine von mir gelaufene Runde übersieht war immens groß. Ihr Name war Kanti - sie meinte ganz einfach wie Kante nur mit i; eh einfach, ein alltäglicher Name, den man auch nach 50 gelaufenen KM nicht vergisst :-). Diese Frau hatte keine Ahnung von meinem Namensgedächtnis, aber wie geschrieben, ich war schwer motiviert, keine Runde umsonst zu laufen. Dennoch war für mich klar, dass ich hier eher keine personal best laufen würde, aber was soll´ s, ich fühlte mich wohl und war guter Dinge, einen schönen Lauf zu erleben.

Dann ging es auch schon zum Start, der einige Meter vorverlegt wurde, damit eine 50km Zwischenzeit genommen werden kann. Vor Laufbeginn bekamen wir noch einige Informationen über die Friedensmeile, auf der wir nun 6h laufen sollten: Dann folgten einige Sekunden gemeinsames Schweigen bis letztendlich der Lauf pünktlich um 10:00 Uhr gestartet wurde. Die zu laufende Runde mit 1,58 km Länge ging vorwiegend durch Wald, was angesichts des Regens und des vorhergesagten Windes ziemlich fein war.

Man glaubt es ja kaum: Während dem Laufen sind wir einigen Helfern aus dem Veranstaltungsteam begegnet, die das Wasser mit Plastikschaufel und Schneebesen aus dem Weg schöpften. Somit war kaum bis gar kein Ausweichen notwendig war und wir konnten unbeschwert unsere Runden ziehen. Das Wetter, nachdem der Regen nachgelassen und nach einiger Zeit ganz aufgehört hatte, konnte im Grunde nicht besser sein. Temperaturen unter 20 Grad, also bestes Laufwetter.

Aufgrund von vielen Kurven war die Runde wirklich kurzweilig und die Zeit verging ziemlich schnell. Der Verpflegungsstand war richtig gut ausgestattet. Wer so wie ich schon öfters in Italien gelaufen ist, gehört zu der Gruppe der schwer verwöhnten Läufer, insbesondere was die Auswahl des Essens und der Getränke anbelangt. Beim Chianti Ultratrail sowie beim Florence Eco Trail waren Tische überladen, sodass Laufen fast zur Nebensache wurde. Aber auch hier in München wurde uns wirklich viel an Kalorien geboten, damit wir die 6h vielleicht ein bisserl leichter laufen. Es gab ohnehin üblich Wasser, Iso, Cola, zusätzlich wurden noch alkoholfreies Bier, Malzbier, Zitrone mit Wasser in wiederverwendbaren Bechern angeboten. Aber auch Nahrung gab´ s sehr reichlich: Orangen, Bananen, Nutellabrot mit Banane, Brezeln, Salz, Suppe und vieles mehr.

Ab der Hälfte gab es im Start-/Zielbereich, in dem auch die ZählerInnen saßen, eine Anzeigentafel, die manuell bedient wurde. Es stand also jemand vom Veranstalterteam dort und hat die gelaufenen km mit Karten an die Tafel gesteckt. Hier konnte wenigstens keine Technik ausfallen. Aber auch die ZählerInnen haben uns insbesondere ab der zweiten Hälfte die gelaufene Distanz immer wieder zugerufen. Somit gab es keine böse Überraschung, wenn die KM auf der Laufuhr von den offiziellen KM abwichen. 

Als ich 50 km gelaufen war, bekam ich eine Fahne in die Hand gedrückt, mit der ich dann eine Runde laufen durfte. Ich finde, eine schöne Geste und es macht ja auch ein bisserl stolz, mit der Fahne eine Runde zu drehen. Danach war der größte Teil geschafft, die letzte Stunde begann und damit auch das Zählen und Kalkulieren: gehen sich die 61 km vielleicht doch aus. Meine Vernunft hat mich dann gefragt, ob ich nicht ganz dicht sei, bei diesem Untergrund nun doch noch an eine pb zu denken. Aber egal, einfach laufen, abgerechnet wird um 16:00 Uhr.

Zu Beginn der letzten Runde bekamen wir alle eine Fahne mit der Startnummer, die wir beim Signal am Ende der 6h einfach in die Wiese stecken konnten. Dann ging´ s langsam zurück zum Start, endlich sitzen, alkoholfreies Bier trinken, essen, umziehen und auf die Siegerehrung um 17:00 Uhr warten. Diese war ein für mich wunderbarer Abschluss eines sehr schönen Lauftages in München.

Eine wirklich schöne, kleine, feine Laufveranstaltung, die von viel Enthusiasmus des Veranstalterteams geprägt ist. Ich kann euch jedenfalls diesen Lauf nur ans Herz legen.

                        

EMU 6 DAYS WORLD TROPHY 2022
Ein Ehepaar auf dem 7 Tage 6 Nächte Laufevent in Ungarn am
Plattensee. (Start 12 Uhr, Ende 12 Uhr, falls hier die Logik fehlt)
Bitte zurücklehnen, der Bericht ist etwas länger und unterhaltsam;)
Es ist wieder einmal so weit, wir bereiten uns auf das nächste lange
Lauferlebnis vor.
Für Peter ist es bereits der 5.Start hier und für Manuela ist es der
3.Start. Die beiden haben für diesen Lauf so gut wie möglich trainiert,
Manuela hat zusätzlich seit Herbst 2021 einen weiterführenden
Trainingsplan eines sehr wertvollen und gewissenhaften Trainers
„Gerhard Schiemer“ erhalten, über diesen sie sehr froh ist, da nun die
Trainingseinheiten regelmäßiger und sinnvoller für sie stattfinden.
In der letzten Woche der Vorbereitung, werden noch sämtliche
Equipments zusammengetragen, welche sehr wichtig für die
Ausdauerleistung und das Wohlgefühl sind, aber auch der heimische
Bedarf gedeckt ist. ZBsp.: Nespressomaschine, Marmorkuchen und
Kipferl von Jomofabrik, Ensure Plus für Proteinversorgung, Dianas
Maurten Riegel und Energypowder (durch Diana Dzavidza kamen wir
auf die wirklich köstliche und gut verträgliche Nutrition), Medivid
Cryo zur Kühlung der „kochenden“ Muskeln und Gelenke nach
Belastung (ebenfalls von Diana empfohlen und als sehr gut
befunden). Emcool Bandagen zur Schnellkühlung (die erweiterten
Muskelfasern zum Zusammenziehen bringen, um Muskelfaserriss etc
zu vermeiden) da nicht immer Zeit ist, die Medividbandage
anzulegen. Ein Hopfengetränk zum Einschlafen darf auch nicht
fehlen.
Sämtliche Kleidungsstücke für jedes Wetter, mehrere paar Schuhe
zum Wechseln, falls es regnet oder die Schuhe einfach verschwitzt
sind oder nicht mehr passen. Am Ende werden manche von Manuela
auch passend zugeschnitten. Hehe.

Zusätzlich werden auch noch 12 Paar Zehensocken für möglichst
blasenfreies Laufen für Manuela, (empfohlen von Christian
Vollenhofer und Diana Dzaviza ) dazu erworben und mit einigen
Normalsocken zusammengetragen.
Peter hat ja keine Problemfüße, der kommt mit dem
Normalequipment aus, was seine Frau freut, da der
Leukoplastverbrauch zum Zehen abkleben für sie gesichert ist.
Liest sich katastrophal , aber es wird diesmal wesentlich besser,
aufgrund Manuelas Erfahrung und besseren Socken;)
Ebenso wird die Österreichfahne eingepackt, welche Peter nochmal
nachbestellt hatte, ( da die alte zu gut an einem sicheren Platz
aufgehoben wurde und dann doch auftauchte) und diesmal auch die
„ULT Heustadelwasserfahne“ von Erwin Ostry, dem Präsidenten des
Vereines frei Haus bzw örtlicher Sammelcontainerplatz in der
Abenddämmerung unter der Nordbahnbrücke übergeben wird.
Immer wieder wird darüber nachgedacht, was noch fehlen könnte,
und wird noch nachgelegt, bis schließlich der Anreisetag stattfindet
und sie am Vormittag noch gemütlich im Designer Outlet Parndorf
stehenbleiben um noch fehlende Laufbekleidung für Manuela zu
besorgen.
Nach 3 Stunden Fahrt exkl. Parndorf, werden die beiden
vom Portier an der Einfahrt eingelassen und parken erstmal am Rand
des Laufareals.
Denn diesmal checken sie bei der Rezeption des Campingplatzes ein,
wo die Schlüssel für ihr Mobilhome übergeben werden und sie
erfahren, dass sie wieder (wie erwünscht) dasselbe wie in den letzten
Jahren bewohnen dürfen.
Die Aussicht und Lage sind optimal und Manuela und Peter kennen
bereits die Einrichtung, welche eigentlich eh bei fast allen Mobile
Homes gleich ist. (Fotos evtl von Postings auf FB bekannt)

Erstmal wird Ulli Striednig begrüßt, welche sich bereits im Mobile
Home gegenüber von ihnen eingefunden hat. Die Freude ist sehr
groß, da sie einander seit genau einem Jahr nicht mehr gesehen hatten und
sich bereits beim ersten Event (EMU 2021) sehr gut verstanden
haben.
Schließlich beginnen sie nun doch mit dem Einräumen des
Equipments im Zuhause für eine Woche. Die Fahnen werden an der
Terrasse befestigt und die neue Partybeleuchtung darf auch nicht
fehlen, um etwas Feierlichkeit und Gemütlichkeit hereinzubringen.
Das Wetter ist gut, es hatte sogar an die 25 bis 28 Grad, etwas
Schwüle hängt in der Luft, welche sich Abends darauf zu einem
ordentlichen, aber kurzweiligen Regenguss auflösen wird.
Rainer Predl und sein Betreuer Christian Weingartner kommen nun
ebenso an und beziehen ihr Mobile Home. Manuela und Peter haben
die beiden schon auf einigen Events davor gesehen und verstehen
uns auch mit ihnen sehr gut. Sie freuen sich sehr, die beiden wieder
zu sehen.
Am Abend vor dem Event geht das gesamte Österreich Team noch
mit Estland Einzelteam Aet Kisla in der Allee auf eine Pizza und alle
gehen noch nach einem Eis in der Tüte gestärkt und frohen Mutes zur
Nachtruhe.
Rechtzeitig erscheinen sie morgens nach dem Frühstück beim
Racebriefing, um sich eine Stunde vor Startbeginn nochmal
adjustieren zu können und die erhaltene Startnummer und Chip an
der Laufkleidung anzubringen.
Sie treffen nun auch noch auf Petr Tschabba, ein altbekannter netter
Tscheche und Ultraläufer und sämtliche Deutsche Ultras wie Peter
Ludden(Startete bei jedem EMU), Norbert Künkel und Daniela Dilling,
die hier erstmals startet.

Aber auch noch einige andere bekannte Teilnehmer und – Innen
werden begrüßt und freudig finden sich alle an der Startlinie ein.
Ebenso finden sich auch der Vorsieger des Jahres 2021 Gabor
Rakonczay und die zweite Finisherin des Spartathlons 2021,
Zsuzsanna Maraz ein.
Nervösität ist kaum zu spüren, weil es eigentlich schon irgendwie
eine Gewohnheitstat in diesem Event ist und Manuela und Peter die
herzlichen Abschiede vom letzten Jahr noch in ihnen tragen. Die
Freude auf die nächsten 144 Stunden überwiegt der Aufregung
gegenüber.
Das Startsignal ertönt und Manuela und Peter beginnen, die ersten
Kilometer zu laufen und das noch gute Wetter zu genießen.
Beschwerdefrei, leichtfüßig und freudig zugleich, ziehen sie ihre
Runden, welche diesmal etwas verkürzt sind (Hotelanbau raubte
etwas vom Laufgelände), Manuela aber gleich flexibel an die dadurch
vermehrte Häufigkeit des Genusses im Versorgungszelt denkt.
Nach einigen gezogenen Runden werden die Beine schon etwas
müder, die ersten Gehrunden folgen und es wird auch gleich zu
einem Schwätzchen mit einem anderen gehenden Teilnehmer
genützt.
So merkt man auch oft gar nicht, wie Runde um Runde gedreht wird,
bis man schließlich wieder anfängt zu traben und in den Laufschritt
verfällt, da die Erholung durch das Gehen bereits eingetreten ist.
Es werden Wasser, Cola und leckere Gebäcke ungarischer Herkunft
im Versorgungszelt entnommen und zusätzlich wird auch beim ersten
Sockenwechsel im Mobile Home die eigene, heimische Versorgung
genutzt.
Die Wolken verdichten sich nun, der erste starke Regenguss erfolgt
und da es bereits 21:30 Uhr ist, wird beschlossen, nach Überdenken
der bereits erfolgten Leistung (es sind bei beide bereits fleißig
gelaufen) die Nachtruhe vorzuverlegen(Peter wollte eigentlich die
erste Pause um 3 Uhr früh einlegen.) Nach dem Gewitter ist die Luft
angenehm kühl und Peter läuft nach ca 3h Pause weiter. Manuela

folgt kurz darauf nach. Peters Schlaf ist aber eher leicht zuvor
gewesen, da die Pause zu früh für ihn war.
Schließlich und endlich folgen noch einige Kilometer in den
Sonnenaufgang hinein, und so ging es die folgenden Tage weiter.
Für Manuela ist die Sonnenaufgangs- und untergangszeit am
leichtesten zu laufen, da hier die Luft angenehm kühl ist und sie ihr
Tempo etwas länger aufrechterhalten kann und auch so zu ihren
ersten 120km nach 24h kommt und folglich auf die nächsten km
zusteuert. Peter ist ebenfalls gut zu diesem Zeitpunkt unterwegs, und
hatte vor, frühestens nach 48h einen Plan für sich zu machen, da er
der Ansicht ist, dass es vorher keinen Sinn hat. (Was sich auch später
bestätigt)
Der nächste Tag ist mit dem Wetter des Vortages ähnlich und ein
weiterer abendlicher Regenguss erfolgt, der auch wieder eine
„Zwangspause“ einfordert.
Peter hat nun etwas Probleme mit dem Knie, welches bisher
unbeschadet erschien, nun aber zunehmend schmerzhaft wird.
Er versucht das Schritttempo auf der Strecke zu erhöhen, was ihn
aber leider schließlich in eine Zwangspause eines halben Tages
bringt.
Es wird mit Kühlbandagen gearbeitet, Zuspruch durch die Frau und
anderer Läufer, dass er sicher bald weitermachen kann.
Was sich auch am Folgetag, durch Wechseln des Jumperkneesband
(Magicband spaßig genannt) auf das wehe Knie bestätigt und er die
verlorene Zeit schließlich am folgenden Tag wieder aufholt und
Manuela wieder froh ist, nicht allein im Team dahintraben zu
müssen.
Die nächsten Abende bleiben trocken und wohltemperiert, leicht
herbstlich aber auch nachmittags sonnig, wenn auch bewölkt. Also
Hitzekollapsgefahr ist keine gegeben.
Es ist ein schönes Sammeln der Kilometer, wenn man auch manchmal
durch sinnvolle Pausen die Ressourcen wieder hochfahren kann.
Jeder der Teilnehmer ist daran interessiert, dass es auch den anderen
Teilnehmern gutgeht.

Manuela versucht ihr beginnendes Spanisch mithilfe einer Babbel-
App und tratscht mit einem netten Spanier namens Ricardo und
seinem Kumpel Santiago um die Sprache zu verbessern. Der nette
Spanier ist 80 Jahre jung und er spricht mit ihr englisch, deutsch und
spanisch, und sie erfährt, dass er mal Professor an der Universität
Barcelona war und Linguistik unterrichtet hat. Sein Lebensmotto ist,
lustig zu sein, Humor zu bewahren und Freude zu verbreiten, was er
auch immer seinen Studenten weiterzugeben versuchte.
Mit der Heiterkeit und Abwechslung in den Runden, unterhaltet
Manuela sich auch mit Aet Kisla, der einzigen Estländerin im
Teilnehmerfeld auf Englisch und diese sagt, dass Chuck Norris es noch
nicht schaffte, seine PB im Ultralauf zu verbessern, sie schon.
Nun denkt Manuela über ihr Motto nach, der schließlich immer
wiederkehrende Gedanke, möglichst Fußblasenfrei die eigene PB zu
erhöhen und das geht am besten mit der richtigen Musik mit Spotify
und Kopfhörer (90s, Rock, Austropop, 2 Schlagerlieder (Gabalier und
Fischer...) Latin Music, Reggae). Motto: Lass Dich von der Musik in
den Flow tragen.
Peter kommt ohne Musikberieselung aus, und er erhält schließlich
die 300km Fahne, welche Manuela ihm in der nächsten Runde
abnimmt und damit weiterläuft. Der nächste 100er ist für Peter ein
Leichteres als für Manuela, da diese bereits den ersten Zehennagel
abgetreten hat und nun mit Zukleben mit Zellstoff, Leukoplast und
Schuhausschneiden beginnt. Es ist der 4.Tag, und die Zehen dürfen
nun in Cabrio Schuhen bewegt werden.
Eine Massage und Chiropraktische Behandlung durch die
Massagefeen im Zelt, erleichtert den Gang oder Lauf, und Manuela
fängt wieder an, ihre Sprintrunden zu drehen, welche manche mit
Humor betrachten, da sie auch die führenden und regelmäßig
schnelleren Läufer und Innen ein paarmal überrundet (Manchmal
muss man es laufen lassen, wenn es grad funktioniert, war ihr
Gedanke) und dann wieder in den Laufschritt und schließlich nach einer Dusche
(was vor jeder Schlafpause stattfindet) im Bett landet und nach
Beruhigung der Muskeln in den Schlaf findet.
Die Leistung lässt etwas nach, da die mentale Stärke wegen der
länger werdenden Einschlafdauer etwas sinkt und die Aufnahme der
Nutrition zunehmend erschwert, da es ihr schon etwas davor graut.
Eine Pizza und ein Bad im Plattensee nach dem Lauf sind nun die
Finish Träume von Manuela.
Peter läuft bereits auf die 500km zu und auch am letzten Morgen
wird noch nach einigen km mit Badeschlapfen von Manuela in die
Laufcabrios gewechselt und mit wehender Fahne vom Verein
ULT Heustadlwasser und Österreichfahne werden gemeinsam die
Laufkilometer erhöht bzw. verschönert.
Schließlich und endlich, am 7.Tag um 12 Uhr ertönt das Schlusssignal
und sie bleiben bei 503 und 461km stehen und die Restmeter werden
noch vermessen.
Es sind 503,090km für Peter und 461,747 km für Manuela. Beide sind
sehr froh ihre Laufleistung gut erbracht zu haben.
Peter ist angesichts der Probleme am 2.Tag, wo er dachte, dass es mit
dem Laufen zu Ende ist, schließlich sehr zufrieden und Manuela hat
ihre Altleistung von 401,9 km bereits 25,5h zuvor erzielt und hat trotz
Durchhänger und Sorge um den lieben Mann, ihre PB verbessert.
Der letzte offizielle Teil der Veranstaltung war die Siegerehrung um
17 Uhr, wo jeder Teilnehmer einzeln geehrt wurde.
Es wurde ein Weltrekord, w50 von Zsuzsanna Maraz mit 760,512 km
erreicht und Gabor erreichte 800km und wurde wieder Sieger im
Gesamten bei EMU2022. Eine Dame aus England, Sandra Brown w70
sorgte für einen Weltrekord in ihrer Altersklasse. Sie schaffte
610,964 km. Die ältesten Herren in der AK m 80 Paul Bozo und
Ricardo Vidan schafften beide 468km.

Ein 6 Tage Lauf ist ein Wechselbad der Gefühle und man kann die
Stimmung, die man während eines solchen Laufes erlebt, nicht mit
Worten einem anderen wiedergeben. Um es zu verstehen, muss man
es einfach erleben und es besteht durchaus die Gefahr ein
Wiederholungstäter zu werden.
Wer nun bereits beim Lesen des ersten Absatzes eingeschlafen ist,
der hat ja noch Zeit, den Beitrag in Etappen zu lesen, um seine PB zu
verbessern ;)
Danke für Euer aller Interesse und Zurufe und Anfeuerungen, das hat
ebenfalls sehr zu unserem Erfolg beigetragen.
Bilder gibt’s auf FB unter Peter Rabong und /oder Manuela Rabong